2016

Corinnes Geheimnis (siehe Filme 2015)

BAYERISCHER FERNSEHPREIS 2016

an Maike Conway als Autorin und Regisseurin der Dokumentation
‚Niemand darf es wissen – Corinne und ihr Geheimnis‘ (ZDF)

Bayerischer Fernsehpreis 2016 02

Begründung der Jury: Corinne wurde bei der Geburt von ihrer Mutter mit dem HIV-Virus infiziert. Um soziale Ausgrenzungen zu vermeiden, soll das niemand wissen, aber für Corinne wird ihr Geheimnis zunehmend zur Belastung. Zehn Jahre begleitet Maike Conway den Versuch des Mädchens, trotz dieser Hypothek ein ganz normales Leben zu führen und erwachsen zu werden. Unprätentiös und mit großem Einfühlungsvermögen erzählt die Filmemacherin deren Leben vom achtjährigen Schulkind bis zum Abitur und zu ihrem anschließenden Outing gegenüber engen Freunden. Maike Conway gelingt eine großartige Langzeitdokumentation, die deutlich macht, wie HIV das Leben eines Kindes prägt. Ein Film, der Verständnis weckt, Vorurteile und Ängste abzubauen vermag und Hoffnung geben kann.

Maike Conway hat den SI STAR für Corinnes Geheimnis gewonnen!
Der Preis wurde am 14.2. im Rahmen der Berlinale – Berlin International Film Festival in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz verliehen!
Gestiftet wird der mit 10.000€ dotierte Preis vom Frauennetzwerk Soroptimist International Deutschland Club Mainz, und weiteren rheinland-pfälzischen SI-Clubs.

Die Kurzfassung des Dokumentarfilms „Corinnes Geheimnis“ (siehe Filme 2015), die für das Format „stark!“ (Kika) entstanden ist, ist 2016 in der Kategorie „Kinder und Jugend“ für den Grimme-Preis nominiert.


Code of Survival – Zwischen Ohnmacht und Liebe

– Die Geschichte vom Ende der Gentechnik –

90min, Regie: Bertram Verhaag, Kinostart: Herbst 2016

Millionen Tonnen von Monsantos „Roundup“, mit seinem Hauptwirkstoff Glyphosat, werden Jahr für Jahr weltweit auf Felder ausgebracht.
Diese Giftwaffe wird jedoch stumpf, denn die Natur bildet resistente Unkräuter, die sich in biblischen Ausmaßen vermehren und nun ein Superwachstum an den Tag legen, das Nutzpflanzen überwuchert und abtötet.
Dieser Form der zerstörerischen Landwirtschaft setzen wir drei biologisch nachhaltige Projekte entgegen:
Die Teeplantage AMBOOTIA in Indien, in der überwältigenden Landschaft von Darjeeling/Himalaya. In 2000m Höhe erleben wir, wie nachhaltige ökologische Landwirtschaft eine ganze Region rettet. Die ökologische Anbauweise verhindert das Abrutschen der durch den Kunstdüngereinsatz erkrankten Teegärten.
Das Projekt SEKEM des alternativen Nobelpreisträgers Ibrahim Abouleish, der vor 40 Jahren inmitten der Wüste seine biologische Farm gründete. SEKEM beweist eindrücklich, wie man Wüste in fruchtbaren Boden verwandeln kann und wir zeigen wie es funktioniert.
Der unbeugsame Bayer FRANZ AUNKOFER war einer der ersten Biobauern Deutschlands – auf alle Fälle aber der erste biologische Schweinemäster. Durch seine Pionierarbeit erwirtschaftet er inzwischen denselben Ertrag, wie im konventionellen Anbau – ohne einen Tropfen Gift. Nur der Bauer sollte an der Landwirtschaft verdienen und nicht die Chemiegiganten.
In der eindrücklichen Montage konfrontieren wir die heilende Kraft der ökologischen Landwirtschaft mit den Auswirkungen des giftgestützten Anbaus. Wir werfen die Frage auf: In welcher Art von Landwirtschaft liegt der CODE OF SURVIVAL auf unserem Planeten.

Eine Produktion der Denkmal Film Verhaag.

Festivals und Awards:

–       Dok-Fest München 2017

–       Deauville – Festival 2016 in Frankreich, Golden Deauville Green Award 2016

–       Fünf Seen Filmfestival 2016

–       The Indie Fest Film Awards 2016, Award of Excellence

–       Docs Without Borders 2016, Finalist

–       Golden Tree International Film Fest 2016, Golden Tree Award 2016

–       Accolade Global Film Competition 2017, Lobende Erwähnung der Jury

–       Indian Cine Film Festival 2017, Mumbai

–       Salus Medienpreis, Otto-Greither-Sonderpreis 2017


Vom Glück satter Wiesen

ServusTV, 47min, Regie: Barbara Weber, Erstausstrahlung: 1. Oktober 2016

Beruf Bergbauer – dahinter verbirgt sich schon lange nicht mehr nur traumhaftes landschaftliches Heimat-Idyll sondern es geht um harte Arbeit, um wirtschaftliches Überleben und Tradition. Benjamin Schaller vom Oberschallerhof im Osttiroler Villgratental hat die Herausforderung angenommen. Er hat den elterlichen Hof renoviert, die Almhütten zu modernen Ferienappartements ausgebaut. Mit seiner deutschen Frau Katharina hat er fünf Kinder und damit auch die Zukunft gesichert. Doch mit drei Generationen unter einem Dach kommt es unweigerlich zu Konflikten. Es bedarf großer Kompromisse und manchmal auch schmerzhafter Entscheidungen um den Betrieb am Leben zu erhalten.

Eine Produktion der Südkino Filmproduktion.


Freigeboxt

BR, 45min, Regie: Beatrice Möller, Erstausstrahlung: 23. Mai 2016, 21:00 Uhr

Julia hat eine glückliche Kindheit in Stralsund. Das ändert sich, als sie mit sechs Jahren zum neuen Freund der Mutter nach Niederbayern zieht. Dort wird Julia gemobbt, weil sie von ihrem Vater, einem Jordanier, ihre etwas dunklere Hautfarbe geerbt hat und nicht bayerisch spricht. Zudem ist der neue Partner der Mutter gewalttätig. Sechs Jahre ist Julia seiner Tyrannei ausgesetzt, bevor sie sich mit 14 schließlich wehrt, zurückschlägt und den Mann mit all ihrer Kraft aus dem Haus prügelt.
Doch für ihre aufgestaute Aggression kann Julia kein Ventil finden. Auch in der Schule ist sie zunehmend auffällig. Nur eine Lehrerin erkennt Julias positive Seiten, ihre Energie und Zielstrebigkeit. Sie ermutigt und bestätigt Julia und bringt sie so dazu, für die Schule zu arbeiten und einen guten Schulabschluss zu machen. Zur gleichen Zeit kommt Julia zufällig in Kontakt mit einer Kickbox-Gruppe. Sie beginnt mit dem Sport und hat schnell Erfolg. Sie schafft es bis zum Weltmeister-Titel in drei Gewichtsklassen, bis sie sich Mitte 2015 überraschend dazu entschließt, ihre Profi-Karriere zu beenden. Sie will mehr Zeit mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn verbringen. Heute arbeitet sie als Bundespolizistin, gibt Anti-Mobbing Kurse an bayerischen Schulen und bietet für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge kostenloses Boxtraining an.

Kameramann Michael Maylandt ist mit „Freigeboxt“ für den Deuschen Kamerapreis 2016 in der Kategorie Dokumentarfilm nominiert.


Paula, die große Liebe und das Karussell

BR, 45min, Regie: Reiner Holzemer und Kim Koch, Erstausstrahlung: 19.09.2016

Paula kommt in München als Gastarbeiterkind zur Welt. Sie beißt sich durch, macht eine Ausbildung zur Arzthelferin und träumt den Traum vieler junger Frauen von Mann, Kindern und einem Häuschen. Doch es kommt anders: Mit 19 Jahren lernt sie Manfred kennen und verliebt sich in ihn. Er stammt aus einer alten Münchner Schausteller-Dynastie, den Eckls. Innerhalb der traditionellen Schaustellerkreise stößt Paula am Anfang auf Ablehnung. Doch die Liebe zwischen Paula und Manfred ist stark und schon bald gibt Paula ihren Beruf auf und reist mit ihm von einem Volksfest zum nächsten. 1993 beschließen die beiden zu heiraten, ihre Tochter kommt noch im selben Jahr zur Welt. Die Nichtanerkennung seitens der Schaustellerkollegen, die viele Arbeit, die wenige Zeit für das Neugeborene und das unstete Leben zwischen Wohnwagen und Karussell rauben Paula alle Kräfte und lösen eine Magersucht aus. Drei Jahre dauert die Krankheit, doch Paula überwindet die Krise und bringt 1996 Sohn Marco zur Welt. Als die beiden Kinder in die Schule kommen, beschließt Paula, sie unter der Woche bei ihren Eltern in München zu lassen, damit sie nicht ständig die Schulen wechseln müssen. Immer wieder bricht es ihr das Herz, wenn sie die Kinder zurücklassen muss. Doch sie lernt, mit den Entbehrungen des Schaustelleralltags umzugehen. Die Kraft dafür gibt ihr die Liebe zu „Manni“.

Eine Produktion der Reiner Holzemer Film.


Kräuterwelten – In der Provence

MDR/Arte, 44min, Regie: Ilka Franzmann, Erstausstrahlung: 16. Januar 2017

Heimische Duftblüten und Würzkräuter machen die Provence weltweit zur Marke. Der opulente Pflanzenreichtum zwischen den französischen Alpen und dem Mittelmeer stellt alle anderen französischen Regionen in den Schatten.

Bei Sault nahe dem Mont Ventoux leuchten die Täler und Hochebenen violett: In der Hitze Südfrankreichs blüht und duftet der Lavendel. Doch die Existenz der provencalischen Lavendelbauern ist bedroht. Im größten Lavendelanbaugebiet Frankreichs, dem „Plateau de Valensole“ begegnet der Zuschauer Gérard Blanc, den es besonders hart getroffen hat. Auch die milliardenschwere Parfumindustrie verdankt ihren Erfolg dem Klima, die duftenden Rohstoffe wachsen direkt vor der Haustür. Parfumeurin Delphine Thierry entführt in die würzig riechenden Hügel um Nizza. In einem Garten im Luberon trifft die Kamera auf eine erfinderische Provencalin: Catherine Pisani macht ihre Sammelleidenschaft zum Geschäftsmodell und züchtet ganze 60 Sorten Basilikum. Exotisch wird es in einer Restaurantküche in Aix-en-Provence. Hier transformiert Molekularkoch Pierre Reboul erdige Küchenkräuter in ein knallbuntes Produkt der Haute Cuisine und würzt z.B. seine Aniskreation mit Oregano. In atemberaubenden Luftbildern begleitet der Film die Transhumanz, den Almauftrieb, eine jahrhundertealte Tradition. In 1000 Meter Höhe beginnt das Reich des Wilden Lavendel, er heißt auch: der wahre Lavendel. Die Kamera begleitet die Bäuerin Claire Chastan an steile Berghänge, wo sie die duftenden Kräuterbüschel mühsam von Hand erntet.

Eine Produktion der Filmquadrat.dok.


Kenias vergessene Kinder – Sternstunden in Afrika

BR, 44min, Regie: Barbara Weber, Erstausstrahlung: 07. Dezember 2016, 22:00 Uhr

Die 13-jährige Nancy hat lange auf diesen Moment gewartet: Ihre Mutter Florence wird aus dem Gefängnis in Nairobi entlassen. Sie war wegen eines Bagatell-Delikts zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Doch jetzt, wo der Moment zum Greifen nahe ist, dass Nancy ihre Mutter endlich wieder in die Arme schließen kann, hat sie auch Angst davor. Schließlich hat sie die letzten Jahre in einem relativ geborgenen Umfeld gelebt. Zusammen mit ihren beiden Geschwistern hat sie im „Nest“ gewohnt, einer Nothilfe-Einrichtung für Sozialwaisen in Kenia, das u. a. von den Sternstunden finanziert wird. Dort hatte sie nicht nur ein Dach über dem Kopf und regelmäßige Mahlzeiten, sondern auch Schulunterricht. Eine Ausnahme in Kenia, denn weiterführende Schulen kosten in dem ostafrikanischen Land Geld.
Mehr als 42 Prozent der kenianischen Bevölkerung ist unter 14 Jahre alt. Jedes Kind hat durchschnittlich vier Geschwister. Die Mütter sind oft alleinerziehend und versuchen mit allen Mitteln, die Kinder irgendwie zu ernähren. Dabei bewegen sie sich häufig am Rande der Legalität. Wenn sie gefasst werden, sind die Kinder ohne jegliche staatliche Unterstützung auf sich gestellt und schutzlos der Gewalt in den Slums ausgeliefert.
Doch wie den Kreislauf von Armut und Gewalt durchbrechen, der durch Landflucht und Auflösung der traditionellen Familienstrukturen noch beschleunigt wird? „Nur durch Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt die Halbschwester von US-Präsident Barak Obama, die Soziologin Auma Obama. Sie kritisiert eine Entwicklungspolitik, die zu kurz greift, weil sie „unsere“ Vorstellung von Fortschritt und Wohlstand überträgt, statt die Kenianer selbst in die Pflicht zu nehmen.
Die Dokumentation zeigt Hilfsprojekte, die in diesem Sinne arbeiten. Und die Menschen, die sich unermüdlich engagieren, wie die Dominikanerschwester Luise Radlmeier: Seit den 80er-Jahren betreut sie Kinder in den von ihr initiierten Waisenhäusern und Schulen.